Financial Information Engineering | NTT DATA

Do, 04 April 2019 - 32 Minuten

Financial Information Engineering

Modernes Datenmanagement stellt einheitlichen Service, regulatorische Konformität und Unternehmenssteuerung sicher

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Anforderungen der digitalen Informationsgesellschaft

Digitale Veränderungen sind die neue Regel, von der existierende Geschäftsmodelle bedroht, aber auch begünstigt werden. Die Beschaffung, Konsolidierung und semantische Vereinheitlichung strukturierter und unstrukturierter Informationen, der Auf- und Ausbau anpassungsfähiger Informationsarchitekturen sowie die Integration neuer Informations-Distributionswege (z.B. Wearables, m2m-communication) erfordert von Finanzinstituten, ihre Dienstleistungen zu öffnen, um mit Dritten, wie anderen FIs, NBFIs oder FinTechs zusammenzuarbeiten. In vielen Finanzinstituten fehlt es an agilen Informations- und Datenarchitekturen, die benötigt werden, um die Informationsbedürfnisse von heute – und morgen – zu erfüllen. Sie streben nach der kostengünstigen Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Berichterstattung, während nur wenige mit Hilfe ihrer Daten das Geschäft in Schwung bringen können.

Agile Finanzinformations-Architekturen fokussieren darauf, Daten zu nutzen, zu organisieren und zu teilen. Daten werden über Informationen zu Wissen und dies muss dort sein, wo Unternehmen und ihre Stakeholder es benötigen – so werden ihre Prozesse effizienter, ihr Geschäftsbetrieb effektiver und der Service für ihre Kunden besser. Das ganzheitliche Management von statischen Markt- und Transaktionsdaten – wie auch von der Aufsicht über den Integrated Reporting Framework (IReF) angestrebt – differenziert das Management von Liquidität, Risiken, Compliance und letztendlich dem Unternehmenswert. Die uneinheitliche Informationsflut strukturierter und unstrukturierter Daten in unterschiedlicher real-time, near-time oder Batch-Bereitstellungsfrequenz und Verfügbarkeit in verschiedenen Geschäftsbereichen führt zu STP Breaks sowie ineffizienten ‚Reconciliation‘- Aufwänden und stört den Daten- und damit den Informationsfluss-Rythmus.

Die Bewältigung dieser Herausforderungen beeinflusst die Wartbarkeit, verringert die Kosten der erforderlichen IT-Infrastruktur, vereinheitlicht Daten-Axonomien und erhöht die Informationskongruenz.

Die Veränderungsgeschwindigkeit makroprudentieller sowie unternehmensspezifischer, kurzfristiger Informationsbedürfnisse treiben die Entwicklungen von Wettbewerb und Aufsicht. Inzwischen haben Fortschritte in der Rechner- und Speichertechnologie in Verbindung mit aktuellen Netzwerktechnologien zu einer beispiellosen Verfügbarkeit von Daten geführt. Finanzinstitute müssen sich kontinuierlich der Herausforderung des Wettbewerbs stellen, indem sie Daten in intelligente Prozesse zur Informationsbewertung (z.B. Scoring, Rating, KYC, AML u.a.) und ins Berichtswesen überführen. Sie bieten zukünftig innovative, omnikanalfähige Informationsund Transaktions-Services, wie Instant Payments – z.B. unter dem Einsatz von Distributed-Ledger-Technologien wie Blockchain und Ripple Protocols – die sich u.a. an Kunden, Aufsicht und Anteilseigner richten.

Nachhaltiges agiles Financial Information Engineering digitalisiert die vorhanden Prozesse und Daten unter Verwendung modernster Methoden, wie z. B. RPA oder Predictive Analytics. Der Einsatz von Schwarmintelligenz beim Crowd Investment, Sentiment-Analysen für unstrukturierte, textuelle Informationen aus den sozialen Medien oder Voice Mining im digitalen Servicebereich von Finanzinstituten dienen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit.

Wer dies mehr als Chance, statt als digitalen Imperativ in Form einer Pflichtaufgabe versteht, wird mittels des agilen Financial Information Engineering Ansatzes die Zukunft gestalten.

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